Junge Männer, die an einer Computeraufgabe teilnahmen, bei der Bilder extrem muskulöser Männer mit negativen Wörtern verknüpft wurden, berichteten von einem unmittelbaren Anstieg ihrer Zufriedenheit mit ihrem muskulösen Erscheinungsbild. Das geht aus einem Experiment von Forschenden der Universität Maastricht hervor. Die Studie stellte keine signifikante Veränderung der Selbstobjektivierung fest, also der Tendenz, den eigenen Körper vor allem unter dem Gesichtspunkt des Aussehens zu betrachten.
An dem Experiment nahmen Männer im Alter von 18 bis 29 Jahren teil, die zunächst Fragebögen zu ihren körperbezogenen Gedanken und Gefühlen ausfüllten. Anschließend wurden die Teilnehmenden nach dem Zufallsprinzip einer Interventionsaufgabe oder einer Placeboaufgabe zugeteilt. Bei der Intervention folgten auf Bilder, die den idealisierten männlichen Körper darstellten, wiederholt Wörter wie „falsch“, „unnatürlich“ und „künstlich“. Bilder von Sportgeräten und neutralen Gegenständen wurden mit jeweils eigenen Wortkategorien kombiniert. Die Teilnehmenden durchliefen die Abfolge mehr als 300-mal.
Die Placebogruppe sah dieselben Bilder und Wörter, doch die Kombinationen waren zufällig. Nach der Aufgabe füllten die Teilnehmenden die körperbezogenen Fragebögen erneut aus. Ihnen war nicht mitgeteilt worden, dass das Experiment eine Technik zur Verringerung körperbezogener Sorgen untersuchte.
Im Vergleich zur Placebogruppe berichteten die Männer in der Interventionsgruppe von einer größeren Zufriedenheit mit ihrem muskulösen Erscheinungsbild. Die Forschenden vermuten, dass die Verknüpfung idealisierter Körper mit negativen Wörtern sie als Maßstäbe für den Vergleich mit dem eigenen Körper weniger geeignet erscheinen lassen könnte. Das Experiment zeigte jedoch keine signifikanten Veränderungen der Selbstobjektivierung.
Die Forschenden bezeichnen die Ergebnisse als ersten Machbarkeitsnachweis. Ihrer Ansicht nach sind weitere Studien mit anderen Männergruppen und längeren Nachbeobachtungszeiträumen nötig, um festzustellen, ob der Effekt anhält und ob die Technik umfassendere Ansätze gegen Sorgen hinsichtlich des männlichen Körperbilds ergänzen könnte. Die Studie wurde im European Eating Disorders Review veröffentlicht.
Quellen: Psychology Today.